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Denstedt ist seit 1977 ein Ortsteil der Gemeinde Kromsdorf. Eine erste urkundliche Erwähnung als eigenständige Ansiedlung erfolgte schon im Jahr 874. In einer späteren Urkunde des Markgrafen Otto des Reichen von Meissen wird 1170 der Ort dann „Thegenstedte“ genannt. Der Ortsname wird deshalb vom germanischen wort „thegan“ für „Gefolgsmann“ abgeleitet. Die oft für Denstedt angeführte Erwähnung von „Dannistat“ als karolingischer Königshof im Jahre 775 bezieht sich auf (Bad) Tennstedt im Altgau.


Im Mittelalter gehörte der Ort dem Adelsgeschlecht derer von Denstedt, welches lange nach Aufgabe der Herrschaft über Burg und Dorf im Jahr 1768 in Erfurt ausstarb. Als Besitzer des Rittergutes und des Gerichts „über Halß und Hand“ folgten in den kommenden Jahrhunderten die Familien Gans aus Weißensee, die von Thangel aus Weimar und Saufeld, die von Werthern aus Beichlingen und die Linker und Lützewick aus Niedertiefenbach in Hessen. Letzter Besitzer war Rittmeister Koch. Auch das Kloster Heusdorf hatte hier Besitz, so werden schon 1170 die Mahl- und die Ölmühle als Klostereigentum genannt. Der heutige Mühlenbau am alten Standort stammt aus dem Jahr 1751.


Die Bevölkerung lebte von der Landwirtschaft, wobei Obstanbau und Schafzucht die wichtigste Rolle spielten. Im 16. Jh. wurde dann auch Waid angebaut. Seiner Besitzstruktur nach war Denstedt immer ein Rittergutsdorf. Am Ende des 19. Jh. waren neben dem Gut nur 3 Mittelbauern ansässig. Zum  Rittergut gehörte auch ein am Hang des Kleinen Ettersberges um 1746 erbautes Vorwerk, nach dem Gründer „Linkershof“ oder einfach „Das Höfchen“ genannt. Seit dem Ende des 19. Jh. siedelten sich neben den Gutsarbeitern vermehrt auch Arbeiter der nahen Stadt Weimar in dem typischen Straßendorf an.


In der Flur wurde im 18. Jh. auch eine besonders helle Kalkerde in der Lehmgrube am „Schaffkuchen“ nahe der Steinbrücke abgebaut. Die Steinbrücke selbst wurde mit dem Bau von Linkershof in Stein als Ersatz für eine vormalige Holzbrücke um 1746 erbaut und gilt heute als längste Steinbrücke im Landkreis Weimarer Land. Ihre grundhafte Sanierung wird 2017/2018 erfolgen.


Eine Schule wird in Denstedt erstmalig 1579 genannt, die auch noch 1945 nur einen  Lehrer hatte. Bis in die 1970er Jahre hinhein war das Schulgebäude dann Teil der POS Kromsdorf.


Die Kirche wurde nach dem Brand von 1812 bis 1818 komplett erneuert. Berühmt geworden ist das Gebäude für die 1859 eingebaute Peternell-Orgel, eine Stiftung der Pastronatsherren Carl und Wassily von Wegener-Linker und Lützewick. Auf dieser Orgel hielt Franz Listz mit seinem „legendarischen“ Kantor Alexander Wilhelm Gottschalg aus Tiefurt seine berühmten „Orgelkonferenzen“ ab. Durch die Initiative des Weimarer Musikers Michael von Hintzenstern wurden Kirche und Orgel, begünstigt durch viele Spenden, in den 1980er Jahren grundhaft saniert und ist seit 1985 ein viel besuchter Konzertort geworden.


Das Schloß geht in seinem Ursprung auf eine mittelalterliche Spornburg zurück. Um 1800 erfolgte als letzer großer Bau die Errichtung des Neuen Schlosses in klassizistischer Form auf den Grundmauern des vorherigen Edelhofes. Nach dem Ende der landwirtschaftlichen Nutzung nach 1945 und vor allem nach 1990 stand das Schloss nach einem gescheiterter Hotelprojekt über viele Jahre zur Versteigerung und befindet sich nun seit 2001 im Besitz von zwei Ärzten aus Spalt bei Roth in Franken, die nach langwieriger Sanierung darin am 19. Dezember 2015 den „Sportpark Burg Denstedt“ eröffneten.

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